Gruselspaß im Unbekannten

„The Vision Bleak“ meldet sich nun also mit einem neuen Werk zurück. „The Unknown“ heißt das gute Stück und steht seit gestern (03.06.2016) in den Regalen. Im 16. Bandjahr kredenzen uns Konstanz und Schwadorf ihr siebtes Werk und das Erste nach 3 Jahren der Abstinenz.

Zunächst sei einmal das großartige Covermotiv von Dan Seagrave lobend erwähnt, welches in der Limited Edition des Albums auch als große Wandflagge vorliegt. Es erinnert mich persönlich an eine dunkle und gruselige Form von Van Gogh. Allein dafür sollte sich der Kauf schon lohnen.

Aufgeklappt
Das Innenleben

Doch beginnen wir nun mit der Reise durch die 9 Songs, welche sich über 48 Minuten erstrecken:

Das Intro nennt sich „Spirits Of The Dead“ und bedient sich einiger Verse von Edgar Allan Poe. Es  kommt mit leichten Gitarren und Keyboards daher und baut in nur einer Minute eine beachtliche Grundspannung auf.

Fließend geht es dann in den zweiten Track über: „From Wolf To Peacock“. Hier geht es bereits richtig flott zur Sache. Leider nur musikalisch und nicht zeitlich.  Denn die Verwandlung vom Wolf zum Pfau wird in sieben Minuten erzählt, was für meinen Geschmack etwas zu lang ist. Zwei Minuten weniger hätten dem Lied gutgetan. Nichtsdestotrotz ein gelungenes Stück.

Weiter geht es mit der Singleauskopplung „The Kindret Of The Sunset“. Ich hatte euch diesen und einen weiteren Song ja schon vorgestellt, als ich über die gleichnamige EP geschrieben habe. Ich bleibe dabei: Volles Ohrwurmpotential. Vielleicht etwas ungewöhnlich für die Band, aber gerade deswegen genial.

„Into The Unknown“ ist ja quasi der Titeltrack der Scheibe.Und er enttäuscht nicht: Ausladende Gitarren und ein großartiger Text machen dieses Lied zu etwas ganz besonderem. „Into the unknown/Where the obscure reigns/I shall never be again/the same again“ – Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.

„Ancient Heart“ steht als nächstes auf dem Programm. Dieser Song schleppt sich, genau wie das darin besungene uralte Herz, ziemlich zäh dahin. Ich kann nichtmal genau sagen, ob dies nun positiv oder negativ zu bewerten ist. Alles was ich sagen kann, ist dass der bedrückendeText mit zu den Besten auf dem gesamten Album gehört.

Nun kommen wir zum zweiten Song, der schon vorab auf der EP zu hören war: „The Whine Of The Cemetery Hound“. Auch hier kann ich mich nur wiederholen: Ein ausladendes und abwechslungsreiches Stück. Großartig!

Nun folgt „How Deep Lies Tartaros?“. Leider konnte ich mit diesem Stück wenig anfangen, weder textlich noch musikalisch. Nicht falsch verstehen: Es handelt sich keineswegs um ein schlechtes Lied, nur leider befindet es sich in zu guter Gesellschaft um wirklich Eindruck zu machen.

Womit wir schon beim vorletzten Song wären: „Who May Oppose Me?“. Ein kurzes Instrumentalstück. Schön entspannt. Die Ruhe vor dem Sturm beziehungsweise vor dem letzten Lied.

„The Fragrancy Of Soil Unearthed“ schließt das Werk würdig ab. Es geleitet den Hörer in sieben epischen Minuten in das, was am Ende bleibt: Stille und Dunkelheit. „Fall fall/light is gone/Fall and fall/O dying sun“. Besser kann eine CD von „The Vision Bleak“ gar nich aufhören.

 

Booklet
Das Booklet

Wer sich die limitierte Version des Albums zulegt, bekommt neben der oben erwähnten Flagge auch noch zwei Bonustracks auf einer seperaten CD. Beide gehen zusammen 10 Minuten und sind wie ich finde eine gute Ergänzung.

BonusCD
Die Bonus-CD

Fazit: Wo „The Vision Bleak“ draufsteht ist es auch drin. Den geneigten Zuhörer erwartet auf „The Unknown“ eine musikalische Geisterbahn der besonderen Art. Fans werden sowieso zugreifen. Aber allen anderen rate ich, sodenn sie dem Horror nicht abgeneigt sind, ausdrücklich zum Genuss dieser Scheibe.

Sound: 9/10

Texte: 8/10

Konzept: 9/10

Ausstattung: 8/10

Wertung: 8,5/10

 

Einen guten Querschnitt gibt es in folgendem Video:


Angetan? Zu kaufen gibt es das Album hier.

Offizielle Facebookseite der Band.

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