Poesie mit Pop-Faktor

Jeder kennt die Band „Subway To Sally“. Klar. Weniger Menschen wissen allerdings, dass die Bandmitglieder auch diverse Nebenprojekte haben. Ob Gitarrist Simon Levko mit seinem „Equinoxx“ oder Bodenski als Solokünstler, viele Facetten werden außerhalb des STS-Universums ausgelebt. Bereits seit 2004 ist Sänger Eric Fish auch Solo unterwegs und brachte einige Studio- sowie Livealben mit Singer-Songwriter und Folkmusik heraus. Ein weiteres Werk mit neuer Musik erscheint nun: Mahlstrom. Ich durfte es auch schon hören und gehe es nun Song für Song durch:

Innen

Des Lebens Lauf:

Das erste Lied überzeugt mit hübschen Wortspielen und der ungewohnten Perspektive eines Fisches auf das Leben. Der Refrain ist besonders gut gelungen und geht schnell ins Ohr. Was für ein toller Opener!

„Ach könnt ich nur/Wie im Wasser ein Fisch/In meinem Leben mich bewegen/Ich wüsste immer wo oben und wo unten ist/Müsste nur einfach überleben/…“


Mahlstrom:

Im Titeltrack geht es beschwingter zur Sache, aber auch etwas ernster. In der Bridge wird sogar eine fast bedrohliche Atmosphäre aufgebaut.Im Vergleich zum Vorgänger fällt es meiner Meinung nach etwas ab, aber insgesamt trotzdem ein gutes Lied, welches sich inhaltlich an den Klassiker „Anders Sein“ anschließt.

„Sie lachen und sie tuscheln/Zerreissen sich das Maul/Nennen dich sonderbar/Und reiten weiter ihren alten Gaul/…“


Kreuzfahrt:

Das Seefahrer-Thema hätte freilich auch zu Subway gepasst. Das ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits ist es ein sehr guter Song. Andererseits wirkt er im Kontext dieses Albums wie ein Fremdkörper. Ich kann nicht aufhören mir vorzustellen, wie der Song mit E-Gitarrren geklungen hätte.

„Weit Weit Weit/Liegt die stille Flut/Zeit Zeit Zeit/Haben wir genug.“


Momente:

Einfach mal innehalten. Darum geht es hier. Eine ruhige Nummer, die zum Träumen einlädt. Wirklich schön.

„Und nun trink aus/Und dann lass los/Lass dich treiben/Es sind Sekunden bloss/…“


Millionen Meilen:

Ein Liebeslied. Dieser Track hat einen schönen Spannungsaufbau, ist dann aber leider etwas zu lang geraten. Die Strophen sind fantastisch getextet, der Refrain dagegen leider schwach. Alles in allem leider eines der schwächeren Stücke auf dem Album.

„Millionen Meilen ging ich alleine/Nur so für mich/Tausende Zeilen schrieb ich dahin/Vielleicht auch für dich/…“


Neid:

Ein kraftvoller Refrain prägt dieses Lied und es stellt die Frage über Sinn und Unsinn von Neid und Missgunst. Für mich gehört dieses zu den stärksten Songs auf dieser Scheibe, das dürfte allerdings Geschmackssache sein.

„Und all diese Klagen die meinen nur eins/Ich hasse mein Leben warum hab ich nicht deins/…“


Staunen:

Ein Stück über den Verlust einer kindlichen Sicht auf die Welt mit der Frage: „Wo ist das Staunen hin?“ Musikalisch wieder eine ruhige und entspannte Angelegenheit. Mit dem Thema kann sich sicherlich jeder identifizieren. Bleibt nur die Hoffnung, das wir niemals unser inneres Kind verlieren. Ein absolutes Highlight!

„Wo ist nur die kleine Träumerin/Sag mir wo ist das Staunen hin/…/Noch gestern warst du wie ein Kind/Und jagtest atemlos den Wind/…“


Spuren:

Ein nettes Lied über das Ende des Lebens, welches leider nicht im Gedächtnis bleibt und kaum Höhen und Tiefen hat. Durchschnitt eben, der in der Gesamtheit dieser Scheibe untergeht.

„Bist du wie ich nicht mehr bereit/Jede Verführung zuzulassen/Bist du nun endlich auch soweit/Loszugehen loszulassen.“


Das Rad:

Das Rad des Lebens dreht sich immer weiter. Ein bekanntes Bild soweit. Hier ist das Rad ein Symbol für Machtspiele der Obrigkeit und das Wasser welches es antreibt, ist das Volk. Man sollte also den Absprung wagen und das Wasser sollte seine eigenen Bahnen fließen. Der Text ist mit all seinen Bildern und seiner Kritik absolut genial und wurde musikalisch super umgesetzt.

„Freilich dreht das Rad sich weiter/Dass was oben ist nicht oben bleibt/Aber für das Wasser unten heisst das leider/Nur dass es das Rad halt ewig treibt.“


Geben und nehmen:

Das Thema des Vorgängers wird weitergesponnen. Man geht hier auch auf das Thema Krieg ein, inklusive Referenz an den kategorischen Imperativ von Kant. Nicht ganz so gut wie „Das Rad“, aber durchaus solide.

„Wo hört es auf wo fängt es an/Dass jeder Mensch ein Mensch sein kann/…“


Ins Licht:

Ebenfalls nur durchschnitt und ziemlich nichtssagend. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass dieses das schwächste Lied auf der Platte ist, aber wohlgemerkt trotzdem kein schlechtes Lied.

„Doch nun hinaus ins Licht/Ich brauche deinen Schatten nicht/…“


Zeit verstreicht:

Wieder ein Song über den Wunsch die Zeit anhalten zu können. Der Refrain ist eine absolute Wucht und hat mich echt weggeblasen.

„Tage verstreichen seis in Arbeit oder Spiel/Und nur eines ist gewiss alles fügt sich irgendwie/Was war gut was verkehrt/Wann warst du feig wann hast du dich gewehrt/…“


Schlaf:

Wahrlich, das Beste kommt zum Schluss. Ein schaurig-schönes Outro über die Angst vor dem Träumen mit weiblichem Backround-Gesang. Ein befriedigender Abschluss des Werkes.

„Ist es nicht so/Dass der Tod/Schlafes Bruder ist/…“


Booklet
Das Booklet (inklusive aller Texte) ist toll gestaltet.

 

Fazit: Ich bin begeistert und habe das Album sehr genossen. Zwar gibt es kleine Durchhänger, diese sind aber weder gravierend, noch wird versäumt sie mit großartigen Liedern zu kaschieren. Kurzum: Eric Fish und sein Team bieten eine einstündige musikalische Reise der extraklasse an. Nun liegt es an euch, diese anzutreten. 

Sound: 8/10

Texte: 9/10

Konzept: 7/10

Ausstattung: 8/10

Wertung: 8/10 Punkte

 

Seht hier den Trailer zum Album:


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Besucht Eric Fish auf Facebook und auf Tour.

 

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