So schön kann Traurigkeit klingen

Endlich wieder Ewigheim! Nachdem es 2015 keinen neuen Output der Dark-Rocker aus Thüringen gab, bekommen die Fans nun wieder ein neues Album vorgesetzt. „Schlaflieder“ heißt es und ohne große Vorrede will ich nun auf die einzelnen Songs eingehen:

Booklet
Das Booklet ist klassisch in Grautönen gehalten.

1) Schlaflieder

Der Opener überzeugt durch schwermütige Rhythmen und eine schaurige Atmosphäre. Inhaltlich geht es wie fast immer bei Ewigheim um den Tod, hier eben symbolisiert durch das Einschlafen. Ein toller Anfang für dieses Album!

„Wo du jetzt bist, ist es ganz still/Keine Menschenseele, die etwas Böses will/…“

2) Himmelsleiter

Der Text ist hier sehr bildhaft gehalten, womit eine weitere Stärke der Band zum Vorschein kommt. Musikalisch geht es hier größtenteils deutlich härter zu. Für mich ist dies eines der stärksten Stücke auf dieser CD.

„Eine Leiter, geknüpft aus Blut und Tränen/Eine Leiter, die hinter mir zerfällt/…“

3) Mondlied

Hier haben wir einen sehr ruhigen Song. Eigentlich mag ich diese Art von Liedern bei Ewigheim, aber bei diesem ist der Funke leider nicht wirklich übergesprungen. Es hat mich einfach nicht wirklich traurig gemacht.

„Gemeinsam waren wir die Welt/Einsam soll’n wir von ihr geh’n/…“

4) Ein Stück näher

Dem Muster entsprechend gibt es nun wieder eine rockige Nummer. Hier kommt auch endlich mal die sarkastische und morbide Seite von Ewigheim zumindest kurz zum Vorschein. Ein gute Lied.

„Komm dem Himmel ein Stück näher/Gleich bist du da/…/Und auch mir ganz nah“

5) Einmal noch

Ein tieftrauriges Lied über das Sterben. Mehr braucht es nicht. Das ist ganz großes Kino!

„Lass mich nur einmal noch die Sonne seh’n/Küss mich nur einmal noch, und dann lass mich geh’n“

6) Dies ist der Preis

Es geht in diesem Song um unerfüllte Liebe, die einen tiefen Riss in der Seele hinterlässt. Der Text ist hier besonders gelungen. Ein weiteres Highlight.

„Wer sich besäuft, wird kotzen gehen/Aus Unsterblichkeit wird Schmerz/…“

7) Besessen & Entseelt

Ein durchschnittlicher Song über die degenerierte Menschheit. Klingt leider irgendwie wie schonmal gehört.

„…/Mach dich ganz klein, nimm hin die Pest/Auf dass sie schmeckt wie roter Wein“

8) Wir, der Teufel & Ich II

Die Fortsetzung des Originals vom letzten Album 24/7. Leider deutlich schwächer. Einfach nur langweilig und für mich eine herbe Enttäuschung.

„Hab keine Angst, ein wenig Satan/Das hat noch keinen umgebracht/…“

9) …

Das reguläre Ende dieses Albums. Ein Song der für viel Gänsehaut sorgt und einfach nur genial ist. Eine epische Nummer voller Wehmut und Dankbarkeit.

„Es fühlt sich seltsam an zu gehen“

10) Des Teufels schönstes Kind (Bonustrack)

Die letzten zwei Lieder gibt es nur in der limitierten Fassung des Albums. Dieses hier ist dabei wirklich gut gelungen und eine tolle Ergänzung.

„Ich bin des Teufels schönstes Kind/Gemacht aus Licht und Asche/…“

11) Negativ (Bonustrack)

Wirklich umgehauen hat mich allerdings dieser Song. Voller Ironie und Boshaftigkeit, spricht mir dieses Stück absolut aus der Seele. Falls ihr euch das Album zulegt, greift unbedingt zur Limited Edition.

“Dieses Lied ist für uns/Deren Glas nie halbvoll war/Die Sonne macht Krebs/…“




Fazit: Es ist ein beeindruckendes Album, welches uns Ewigheim präsentiert. Trotzdem steht es meiner Meinung nach noch sehr im Schatten der Vorgänger. Es erreicht leider nicht die Genialität von „Bereue Nichts“ oder „Nachruf“. Ich möchte aber auch nicht von einer Enttäuschung sprechen. Für Fans ist es sowieso ein Muss und alle Anderen sollten auch mal Probehören.

Sound: 8/10

Texte: 9/10

Konzept: 9/10

Ausstattung: 7/10

Wertung: 8,25/10 Punkte

 

Holt es euch hier.

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Den Song „Einmal Noch“ hört ihr hier:

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