Keine Enttäuschung, aber…

Die Erlanger Speedfolker von Fiddler’s Green veröffentlichen am 28.10.2016 mit „Devil’s Dozen“ ihr erstes vollwertiges neues Album seit „Winners & Boozers“ von 2013. Viel Zeit ist also vergangen, seit es neues Material zu hören gab. Zwischenzeitlich standen natürlich hauptsächlich die Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum an. Kann die Band nach einem Vierteljahrhundert noch ihre Fans begeistern? Dem will ich anhand der 13 Songs des neuen Albums auf den Grund gehen:

Booklet
Ein Auszug aus dem Booklet.

Am Anfang steht der Titeltrack „Devil’s Dozen“, in dem es um das sündige Rocker-Leben geht.  Schon die ersten Töne erzeugen klassisches Fiddler’s-Feeling: laut, fetzig und derb kommt dieser Song daher. Passt als Intro.

„Bottoms Up“ hat mich absolut nicht abgeholt. Es geht in dem Lied ums Feiern und Tanzen, aber genau dazu konnte es mich leider überhaupt nicht motivieren.

Bei „Down“ hat das schon besser funktioniert. Hier widmet man sich einem sehr beliebten und wunderschönen Thema: den Frauen. In sechs verschiedenen Sprachen wird die holde Weiblichkeit angehimmelt. Das macht Spaß!

Das nächste Lied heiß „Boat on the River“. Erstmals auf dieser Platte ein recht ruhiges Stück. Ein großartiger Song, bei dem Gesang und Geige besonders hervorstechen.

Dann folgt „Perfect Gang“, worin wahre Freundschaft zelebriert wird. Leider handelt es sich nur um ein mittelklassiges Stück. Bei dem Thema wurde viel Potential verschenkt.

„The Leaving of Liverpool“ ist ein bekannter Irish-Folk-Klassiker und damit eine sichere Bank bei Fiddler’s Green. Sie liefern auch hier wieder eine tolle Version ab.

Beim nächsten Song namens „Johnny“ wird erneut ein schönes Thema völlig lasch behandelt und bringt somit wieder einen schwachen Song hervor.

Auch „Bad Boys“ konnte mich nicht völlig überzeugen. Zu platt der Text, zu chaotisch der Refrain. Wirklich schade.

„Blame it on me“ hat mir schon deutlich mehr zugesagt. Der Text sollte mit einem Augenzwinkern betrachtet werden und macht dann richtig Spaß. Auch  musikalisch eine echte Perle.

Auch „All the Way“ ist mit seinem entspannten Rhythmus und tollem Gesang ein absoluter Lichtblick auf dieser CD.

Das Gleiche gilt für Song Nummer 11: „Mr. Tickle“. Ein herrlicher Text mit eingängiger Musik. So geht Fiddler’s Green!

„Here we go again“ fällt zwar meiner Meinung nach etwas ab, ist aber trotzdem ein guter Song mit Ohrwurm-Potential. Kein schlechtes Lied, besonders der Refrain ist episch.

Womit wir auch schon beim letzten Song der Platte angelangt sind: „We won’t die tonight“. Es ist ein versöhnlicher Abschluss dieses Werkes, und eine wirklich schöne Hymne noch dazu.

Fazit: Es ist kein schlechtes Album, was Fiddler’s Green gemacht hat, auch wenn viele Songs nicht besonders gut sind. Es klingt aber alles wie immer bei dieser Band, das komplette Album bleibt nicht lange im Kopf. Nach 46 Minuten ist alles vorbei und ich frage mich, ob ich es noch viel öfter hören werde.

Sound: 5/10

Texte: 5/10

Konzept: 5/10

Ausstattung: 7/10

Wertung: 5,5/10 Punkte

 

Hier das Video zu „Down“:

Kauft es euch hier.

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