Unscheinbar aber mächtig

Eine kanadische Band, die sich mit der nordisch-germanischen Mythologie beschäftigt, kann das gut gehen? Die Antwort darauf liefert das neue Album des Doom-Trios Völur mit dem Titel „Ancestors“, welches sich mit den Heldengestalten der Wikinger auseinandersetzt. Nur vier Titel in 53 Minuten, so muss es sein. Mal sehen, was die Stücke so taugen.

Vorher sei aber schon einmal die wunderschöne Gestaltung des Digipacks erwähnt, welches auf dem Cover ohne Bandnamen oder Albumtitel auskommt und das Motiv so wunderbar wirken lässt. Es befindet sich auf der Rückseite auch keine Titelliste. Die Geheimnisse dieses Werkes werden erst enthüllt, wenn man es aufklappt. Wer das Album streamt oder herunterlädt verpasst einiges.

1) Breaker Of Silence

„Berggeist aus dem Walde kommend/gebrochen unendliche Stille/…“

Die Stille wird mit diesem Opener gebrochen und sofort fängt man an zu träumen. Eine große Besonderheit dieser Band zeigt sich hier, nämlich dass die dominante Stimme nicht etwa einer Gitarre gehört, sondern einer Geige. Das passt hervorragend zum Thema und sorgt für ein unkonventionelles Klangerlebnis. Die Gitarren bleiben aber keinesfalls auf der Strecke, sonder unterstützen das Geschehen ideal. Der Aufbau dieses Stückes bis zum Höhepunkt ist atmosphärisch perfekt umgesetzt.

2) Breaker Of Skulls

„Across a cold and open sea/I feast with ancient kings/…“

Dieses Stück klingt angemessen brutal und dunkel. Die brüllende und leidenschaftliche Stimme erzeugt eine Gänsehaut, die Ihresgleichen sucht. Die Spannung wird dann genau an der richtigen Stelle aufgelöst und stürzt den Sound erst in Chaos und lässt ihn dann entspannt mit schönen Riffs weiterlaufen, bis das Lied dann wieder ‚Laut und nachdrücklich endet. Genial!

3) Breaker Of Oaths

„Fate calls your name/a blood price to be paid/…“

In diesem Song finden sich viele Folk-Elemente, die dafür sorgen, dass der Hörer die Stimmung perfekt aufsaugen kann. Wenn man die Augen schließt, kann man beinahe die Szenen von Intrigen und Verrat vor sich sehen. Obwohl es sehr wenige Worte verwendet, ist dieses Stück das erzählerisch stärkste auf dieser CD.

4) Breaker Of Famine

„A feral gaze/mouth filled with blood…“

Wüste Bilder von Seeschlachten und elende Gesänge von Hunger und Tod werden heraufbeschworen und fressen sich in die Gehirne der Zuhörer. Besser kann ein Album gar nicht enden. Nach 17 Minuten geleiten uns sanfte Geigenklänge aus dieser Welt und holen uns in die Eigene zurück.

 

Hier ein kleiner Eindruck:

 

Fazit: Was soll ich sagen? Von der ersten bis zur letzten Sekunde war ich gefesselt von diesem Werk und mir fällt nicht der kleinste Kritikpunkt ein. Nach meiner Definition ist dieses Album perfekt. Die Zeiten der alten Wikinger werden hier für eine Stunde wieder lebendig. 

Sound: 10/10

Texte: 10/10

Konzept: 10/10

Ausstattung: 10/10

Wertung: 10/10 Punkten

 

Lauft also geschwind zum Plattenladen eures Vertrauens und kauft dieses Album (Oder bestellt es online).

Und bleibt unbedingt über die Band auf dem Laufenden.

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