Finster, Finster

Was lange währt, steht nun endlich in unseren CD-Regalen. Das erste Album des 1998 von Markus Stock (Schwadorf, The Vision Bleak) ins Leben gerufenen Projekts Sun Of The Sleepless ist nun, im Jahre 2017, endlich erschienen. „To The Elements“ heißt es und ist wohl der perfekte Soundtrack für einen Nacht-Spaziergang in einem dichten und verlassenen Wald. Die Dunkelheit jedenfalls, ist allgegenwärtig und macht das Album zu einem wirklich Besonderem.

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So sieht es im Inneren aus.

Titel 1, „The Burden“, kann als Ouvertüre verstanden werden. Bei einem Blick in die Credits staunte ich nicht schlecht: Music by Loreena Mckennitt, Lyrics by William Shakespeare, steht dort geschrieben. Eine interessante Mischung, die aber sehr gut funktioniert. Das Ganze klingt wie ein Sakral-Gesang in einer Anti-Kirche tief unter der Erde, die einem längst vergessenen Natur-Glauben anhängt.

„And now my charms are all o’erthrown/And what strength I have’s my own/…“

Mit „Motions“ wird dann gleich mal eine ordentliche Schippe Tempo drauf gelegt. Der Song greift auch textlich das zentrale Thema von SOTS auf: Die Natur und ihre schiere Macht und Gewalt. Großartig brachial umgesetzt.

„Feel the fire!/Mother of life and death/…“

Mit einem meditativen Intro startet dann „The Owl“. Nur um einen dann sofort mit heftigen Rhythmen und drehenden Gitarren mit sich zu reißen. Der Text setzt sich mit der Anmut und Bedeutung von Eulen auseinander. Ein weiterer extrem starker Song.

„Sublime Observer/of the earthly ado.“

Es folgt mein Lieblingslied und Anspieltipp auf diesem Album „Where In My Childhood Lived A Witch“. Wem bei dieser tiefschwarzen Geschichte kein Schauer über den Rücken läuft, der hat wohl keinen Rücken. Nachdem man dieses Lied gehört hat, wird man es sich zweimal überlegen, ob man nachts noch einmal in einen Wald gehen möchte. Denn hinter jeder Ecke könnte die Hexe warten. Seid gewarnt!

„There lived a witch/I saw her weave my dreams.“

„Forest Crown“ ist ein kurzes und ruhiges Zwischenspiel. Es passt an dieser Stelle sehr gut um die aufgeregten Gemüter etwas zu beruhigen und auf die letzten beiden Titel einzustimmen.

„…/Old, old wisdom’s found/where the branches sound.“

„In The Realm Of The Bark“ hat mich hingegen musikalisch und inhaltlich gelangweilt. Hier will einfach keine Stimmung aufkommen. Schade.

„A strong spirit reigns/sacrosanct, pure/…“

Den epischen Abschluss bildet „Phoenix Rise“. Dieser vereint gekonnt noch einmal alle Stärken der anderen Songs und bedient sich am Ende dann auch einiger Verse von J.R.R. Tolkien.

„Burn fire burn/burn every thing that is defiled/…“

 

Fazit: Alle Freunde des gepflegten Black Metals sollten diese Veröffentlichung unbedingt einmal genauer betrachten. Markus Stock beweist hier einmal mehr seine musikalische Vielseitgkeit und macht mit diesem Werk fast alles richtig, was man richtig machen kann. Bravo!

Sound: 10/10

Texte: 8/10

Konzept: 10/10

Ausstattung: 8/10

Wertung: 9/10 Punkten

 

Hier der Trailer:

 

Album bei Prophecy beziehen.

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