Reich an Ideen

Die 2011 gegründete Band Die Habenichtse spielt nach eigenen Angaben „mittelalterlichen Bettel-Folk“. Eine Kerbe, in die nicht zuletzt auch die später gegründete Folk-Supergroup Knasterbart schlägt. Ob Die Habenichtse mit ihrem neuen Album „Trinkpause“ ein für sich stehendes Werk, jenseits von Klischees und Wiederholungen schaffen konnten, wollte ich herausfinden.

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Die Textgestaltung finde ich nicht optimal – der Refrain steht stets am Anfang des Textes. Grafisch ist das Booklet toll gestaltet.

Titel für Titel:

1) Bettler zur See…

…überzeugt mit Seefahrer-Romantik und einer traumhaften Melodie.

2) Gierig und faul…

…kann bereits nach einer Minute inbrünstig mitgesungen werden und ist erfreulich flott gespielt.

3) Lieber dreckig als braun…

…sollte unbedingt gehört werden, da kluge politische Botschaft.

4) Rinnsteinschwalbe…

…kann wohl am ehesten als Ballade über die Freiheit verstanden werden.

5) König Theobald…

…ist wunderbare mittelalterliche Bardenkunst und erzählt eine schöne Geschichte.

6) Das letzte Licht…

…hat mich persönlich tief berührt und ich musste mir schon eine Träne verdrücken.

7) Der Tod hat noch Zeit…

…ist herrlich fröhlich und optimistisch, gefiel mir besonders textlich.

8) Piraten!…

…ist abgesehen von dem spaßigen Ende eher unspektakulär und langweilig.

9) Wir sind nicht dick…

…bringt einen garantiert zum Lachen.

10) Greift eure Krüge, hebt eure Krüge…

…setzt gelungen den Schlusspunkt.

 

 

Fazit: Für den, der den mittelalterlichen Klängen nicht ganz abgeneigt ist und der ein Herz für Bettler hat, bleiben bei dieser CD kaum Wünsche offen. Sie ist toll geschrieben und schön instrumentiert. Insgesamt halte ich das Album für etwas zu kurz und den Gesang für ausbaufähig. Kleinere Makel. Das gewisse Etwas für eine Top-Wertung fehlt dennoch.

Sound: 9/10

Texte: 8/10

Konzept: 8/10

Ausstattung: 6/10

Wertung: 7,75/10 Punkten

 

Der Silberling erscheint Ende September und kann bereits hier bestellt werden.

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