In Trance

Viel hilft nicht immer viel. Dieses Motto gilt besonders in der elektronischen Musik, denn nichts schlimmeres kann einem Song passieren, als dass er überladen und chaotisch klingt. Deshalb ist minimal electro immer noch sehr angesagt. Das Duo La Scaltra veröffentlicht dieser Tage ihr Album „Freakshow“, welches genau in diese Sparte fällt. Mal sehen, ob die beiden Künstlerinnen eine überzeugende Arbeit abliefern konnten.

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Das Intro entführt den Hörer mit den ersten unheilvollen Tönen des Drum-Computers gelungen in den tiefschwarzen Klangraum von La Scaltra. Man fühlt sich wie in einem lebendig werdenden Horrorfilm.

Unterstützt von sanften E-Gitarren, zeichnet „Devil’s Playground“ ein bitteres Bild. Leider zieht sich dieser Titel etwas hin und erschwert den Eintritt in die dichte Atmosphäre des Albums merklich.

Das repetitive „Cantate“ entfaltet eine beinahe hypnotisierende Wirkung und klingt dabei sogar noch sehr schön.

Hingegen hat mich „The Cat Lady“ bereits nach 10 Sekunden genervt und schafft es leider bis zum Ende nicht, das Ruder herumzureißen. Hat etwas von gewollt und nicht gekonnt.

Der erste Teil des Albums wird mit „Gloria“ abgeschlossen, welches dank einem eingängigen Rhythmus und dem einfühlsamen Text grandios funktioniert.

„And the sun in my eyes/the moon in my heart/wave after wave comes to tear me apart.“

Die zweite Hälfte wird von „A Remedy“ eingeläutet, welches wieder höchst repetitiv und dennoch äußert ansprechend ist.

Mit minimalen Worten kommt der Titel „Sonar Dance“ aus, welcher zwar leider nicht ganz zündet, aber dennoch reichlich düster ist.

„Holdays“ ist reichlich kitschig und anstrengend, lediglich Nuancen gefallen an diesem Stück.

„Chained Hysteria“ macht es dann etwas besser, scheitert aber an seinen eigenen Ansprüchen und dem dümmlichen Text.

„Black Wedding“ bringt das Werk sicher über die Ziellinie und überzeugt mit einem angenehmen Klang.

„In the void/in the void/we are dancing.“

 

Fazit: Eine etwas zu ausgiebige Freakshow mit all ihren Höhen und Tiefen wird uns hier geboten. Es ist also noch reichlich Luft nach oben beim zweiten Album von La Scaltra. Über weite Strecken weiß das Album dennoch zu gefallen. Die Atmosphäre ist schön dunkel und die Stimmen sind sehr überzeugend.

Sound: 6/10

Texte: 6/10

Konzept: 6/10

Ausstattung: 7/10

Wertung: 6,25/10 Punkten

 

Mehr über das Duo.

Das Album bestellen.

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