Beeindruckend tief

Eden ist kein Ort. Eden ist eine Maschine. 

Mit diesen Worten entführt uns Mastermind Adrian Hates in sein neustes Werk „hell in Eden“, welches äußerlich den Anschein einer wahrhaft epischen Erfahrung währt. So wollen wir also ergründen, was dahinter steckt.

IMG_20171007_190949
Das Panorama-Digipack ist sehr gelungen.

 

Brachiale Klänge brechen aus den Boxen, wenn „Made in Shame“ erklingt. Es weckt schier unerfüllbare Erwartungen an das, was danach noch kommen wird.

„I close my eyes/and keep them shut/I fall asleep/I will not wake up/…“

„Epicon“ überrascht dann mit Gitarren- und Trommelklang. Unheilvoll wirkt es, bis der melodische Refrain beginnt und das Ohr umschmeichelt.

„And colors are meories/sung in a grayisch veil/chocking on a drop of rain/no water left for tears.“

„decipher me“ wirkt dagegen ziemlich leer. Sowohl inhaltlich, als auch akustisch kommt kaum etwas an. Der Titel setzt vermehrt auf elektronische Töne.

„Is this not how you wanted me to be?“

„hell in Eden“ ist als einziger deutscher Titel eine schöne Abwechslung und weiß mit seiner Melancholie sehr wohl zu begeistern.

„Lass mich los/und lass mich fallen/es wird hell in Eden/…“

Es folgt ein treibendes Stück namens „perfect halo“. Dieses lässt die Spannungskurve merklich ansteigen.

„Find me please/to safe me from myself.“

Dann wieder ein ruhiger Song. „Beast of Prey“ ist kein lyrisches Meisterwerk, aber klanglich sehr angenehm.

„Pale you stare into the vague unknown/these branding traumata you call your very own/…“

„listen and scream“ ist zu eintönig, um gut zu sein. Besonders textlich bedauerlich schwach.

„Release the forsaken/reject those in creed/protect those in slumber/…“

Es folgt „Traces of light“, welches trotz Steigerung viel mehr Potential gehabt hätte und sich leider in der Bedeutungslosigkeit wiederfindet.

„Now I can see/how life has changed me.“

„mercy me“ überrascht mit gut durchdachten Zeilen und schönen Melodien.

„I apologize for who I am/victim and witness/all in one.“

Das unerwartete Meisterwerk kommt in Form des bittersüßen „Bird of Passage“. Es sollen auch keine weiteren Worte darüber verloren werden. Anhören ist Pflicht.

„So strange to learn/it is the end/…“

Wie sich das Album gegen Ende hin steigert kann auch an dem hitverdächtigen Elektro-Song „Sister Sin“ abgelesen werden. Wunderbare Zeilen werden hier transportiert.

„Forgive me tomorrow/I live for today.“

Es geht weiter auf den unvermeidbaren Höhepunkt zu und das sich steigernde „nevermore“ bleibt dem Hörer dabei garantiert im Kopf.

„Heal me stitch by stitch/fix me piece by piece.“

Bei „hiding rivers“ könnten so manchem Zuhörer die Tränen kommen. Gefühlvoll mit Streichern arrangiert, toll getextet und grandios gesungen. Ich bekam die Kinnlade kaum mehr zu.

Fazit: Wenn der Mittelteil nicht so schwach wäre, dann wäre dieses Album ein sehr gutes Album. So ist es leider „nur“ gut. Trotzdem handelt es sich um eines der besten Werke von Diary of Dreams. Das Warten hat sich gelohnt und der Kauf lohnt sich ebenfalls für jeden Musikfreund.

Sound: 9/10

Texte: 7/10

Konzept: 9/10

Ausstattung: 9/10

Wertung: 8,5/10 Punkten

 

Hier kann das Album bezogen werden. Dort finden sich auch aktuelle Tourdaten.

Advertisements