Von gut bis doof

Vorband, die eigentlich gar keine Band ist, sondern ein Solo-Projekt des Autors und Musikers Martin Spieß (Ja genau, der mit der Glatze der aus dem Niveau ausgestiegen ist), in dem er sich dem Indie-Pop widmet, veröffentlichte im Oktober 2017 ein neues Album mit einem Titel der so lang ist, dass ich zu faul bin, ihn noch einmal komplett niederzuschreiben und um dieses Werk soll es in folgendem Text, der einen viel zu langen Einleitungssatz und zu viele Kommas hat, gehen.

 

1) Alles gewesen

Das Album startet mit dieser melancholischen Nummer. Der Text ist durchaus ansprechend, die Melodie allerdings recht eintönig. Diese wird nur durch den verträumt-schönen Klang einer Altklarinette am Ende gerettet.

2) Dream (feat. Mari Kamau)

Dieser Song mag dem einen oder anderen zu traurig oder pessimistisch sein, ich finde ihn zutiefst berührend. Die verzerrte Stimme im Refrain gib dem ganzen eine wunderbar passende Klangfarbe. Soviel darf ich vorwegnehmen: Es ist der beste Track auf dieser CD.

3) Applaus

Herr Spieß lässt bei diesem Titel seine sanfte Stimmlage für sich sprechen und macht ihn damit zu einer sehr beruhigenden Angelegenheit. Ein Stück Musik für die Seele.

4) Null Problemo

Der erste Song, der etwas flotter ist und auch der erste, der nicht so recht zu gefallen weiß. Zu monoton ist der Klang und zu 08/15 ist der vorhersehbare Text.

5) Was wir machen, was wir lassen

Ein Lied mit einer tollen Botschaft, die am Ende von einem Chor vorgetragen wird und Gänsehaut verursacht. Besonders hervorzuheben sind auch zwei wunderbare Soli auf dem Klavier und der E-Gitarre. Die Strophen sind aber auch eher Standardkost, besonders textlich.

6) Die Brücke vor der Stadt (feat. der kassühlke)

Hier wird die traurige Geschichte eines schwulen Jugendlichen erzählt. Ich mag traurige Geschichten. Eine wunderbare stimmliche Leistung sowohl von Herrn Spieß, als auch von Duettpartner der kassühlke. Vielleicht etwas zuviel Pathos.

 

7-12) …und dann die zweite Hälfte des Albums.

Ich pauschalisiere wirklich nicht gern und bin auch garantiert nicht faul, dennoch werde ich das Review abkürzen und die letzten sechs Songs über einen Kamm scheren. Nach fünfmaligem Hören der CD hat sich nämlich noch keiner dieser Songs in mein Gedächtnis gebrannt, im Gegensatz zu den ersten sechs. Ich habe keine Ahnung, woran dieser (subjektive!) Qualitätsunterschied liegt, aber ich empfinde die Texte dieser Lieder als langweilig und die Musik als eintönig. Eine kleine Ausnahme bildet „Ist der Weg“. Kurzum: ernüchternd.

Fazit: Licht und Schatten liegen wie bereits geschrieben dicht beieinander. Ein ganz gutes Album für Freunde deutschsprachiger voller Popkultureller anspielungen Texte ist es trotzdem geworden. Erwähnen möchte ich noch, dass ein Textheft bei dieser CD vollständig fehlt. Das ist verschenktes Potential. Ich warte dann mal weiter auf den nächsten Roman von Herrn Spieß.

Sound: 6

Texte: 7

Konzept: 5

Ausstattung: 4

Wertung: 5,5/10 Punkten

 

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