Für mehr Weiblichkeit im Metal

Es gibt mal wieder einen jungen und frischen Metal-Act aus Osteuropa zu besprechen. Es handelt sich um Azathoth Circle aus Kiev mit ihrem Debüt-Album „Across the wounds“, welches im August 2017 erschien. Sticht es aus dem Metal-Einheitsbrei heraus oder geht es darin sang- und klanglos unter?

Dark Metal soll es diesmal also sein. So ist es zumindest den Presseinformationen zu entnehmen. Doch hat man die Wiedergabe einmal gestartet, so präsentiert sich einem ein etwas anderes Klangbild. Es ist mehr oder weniger klassischer Heavy Metal, der sehr gefällig arrangiert, geschrieben und produziert ist und mit dezenten Gothic-Elementen garniert wurde. Diverse Muster aus der Popmusik finden sich in den Songs wieder, was aber gar nicht wirklich stört. Abseits von der täuschenden Verpackung liegt hier nämlich ein wirklich schönes Stück Musik vor.

Ganz besonders lobend möchte ich auch den Gesang der Frontfrau Alexandra Babiy erwähnen. Sie transportiert ihre Texte, die übrigens auf dem Werk von Lovecraft basieren, sehr vielseitig und gibt dem Sound so eine zusätzliche Farbe, die gerade im Kontrast zur Musik wunderbar funktioniert. Man mag mir positiven Sexismus unterstellen, aber Metal mit weiblichem Gesang kommt bei mir grundsätzlich besser an als die herkömmliche Variante mit Männerstimmen. Gerade bei dieser Musikrichtung sind Sängerinnen leider noch deutlich in der Unterzahl, wenn wir nicht gerade über Symphonic-Metal reden. Wenn man jetzt noch das Album von Azathoth Circle hört, so wünscht man sich dahingehend ein starkes Umdenken.

Das Album kostet auf Bandcamp 9,99$ und enthält 10 Songs mit einer Spieldauer von ca. 45 Minuten.

Hier direkt anhören:

**Offenlegung: Ich habe die Veröffentlichung gestellt bekommen. Vielen Dank an Anton von OsamPromoBrigade für die Unterstützung!**

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