Zauberhaft düster

Langsam aber sicher hat es die schwedische Organistin und Sängerin Anna von Hausswolff geschafft, sich einen Namen in der schwarzen Szene zu machen. Schon immer waren ihre Songs stark dunkel gefärbt, aber die Aufmerksamkeit vom entsprechenden Publikum blieb ihr Anfangs verwehrt. Mittlerweile ist sie sowohl in Gothic-Kreisen, als auch bei Fans experimenteller Popmusik sehr beliebt. Ihr neues Album „Dead Magic“ ist seit dem 02.03.2018 erhältlich und verspricht noch geheimnisvoller und mystischer zu werden. Grund genug, einen Blick darauf zu werfen.

1) The Truth, The Glow, The Fall (12:07 min.)

Was für ein Opener! Beschwörend und mit einem leichten Anflug von Wahnsinn singt Anna von Hausswolff hier zu einer leichten Melodie und man ist sofort in ihrem Bann. Oftmals hört man von überraschten Menschen, die nicht glauben können, dass so eine zarte Person eine solch volle und kräftige Stimme hat. Nun, sie hat sie und weiß sie zu benutzen.

2) The Mysterious Vanishing of Electra (06:08 min.)

Bei der Single auf diesem Album mag man fast vergessen, dass bei der Künstlerin eigentlich einmal die Orgel im Mittelpunkt der Kompositionen stand. In erster Linie ist dies nämlich ein grandios guter Pop-Song, der sich gegen Ende ins unermessliche steigert. Toll instrumentiert und mit leidender Stimme vorgetragen, dass einem ein kalter Schauer über den Rücken fährt.

3) Ugly And Vengeful (16:17 min)

Eine wunderbare und dennoch schaurige Komposition, die etwas Zeit braucht und viele Nuancen von zart bis laut, von klar bis chaotisch abdeckt. Hier kommt das virtuose Orgelspiel auch einmal voll zum Einsatz.

4) The Marble Eye (05:18 min.)

Zwar ist Frau von Hausswolff für die epische Länge ihrer Songs schon berühmt berüchtigt, aber dieses verhältnismäßig kurze und fast schon radiotaugliche Stück, hat mir auf diesem Album am Besten gefallen. Komplett ohne Gesang, die Orgelpfeifen im Vordergrund und mit einer grandiosen Melodie voller Pathos und bedrückender Gefühle.

5) Källans återuppståndelse

Ein ruhiger Abklang, der fast schon hell und freundlich klingt und die durchgehende Schwärze dieses Werkes gekonnt aufbricht.

Fazit: Magisch ist dieses Album wahrlich. Selten habe ich beim Musikgenuss die Zeit so vergessen, wie hier. Da fühlen sich selbst 16-minütige Stücke kurz und knackig an. Und dazu noch diese Stimme… zum Niederknien!

Sound: 9

Texte: 8

Konzept: 9

Ausstattung: 8

Wertung: 8,5/10 Punkten

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