**Herzlich willkommen liebe Fans von Incantatem. Bitte beachtet Folgendes: Zwar mag ich persönlich dieses Album nicht, jedoch spreche ich Niemandem das Recht ab, genau dies zu tun. Bitte fühlt euch durch meine Worte nicht angegriffen. Von Androhungen körperlicher Gewalt bitte ich abzusehen.**

Gut gemeint

Das Album, um das es heute geht, habe ich jetzt einige Tage auf meinem imaginären Schreibtisch liegen gehabt und immer vor mir her geschoben. Das liegt daran, dass ich ungerne negativ schreibe und böse kritisiere. Mir fällt das schwer, denn jeder Künstler steckt Herzblut in sein Produkt und es ist bitter, wenn es dann nicht ankommt. Machen wir es kurz und schmerzlos: Hier ist „Animus Et Anima“ von Incantatem.

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Was wir hier haben, sind zehn mehr oder weniger „klassische“ Mittelalter-Rock-Nummern. Dudelsack, E-Gitarre, rauer Gesang. So weit, so gut. Es liegt in der Natur der Sache, dass einem dabei ausnahmslos jedes Stück wie schon zehn Millionen mal gehört vorkommt. Das Genre ist ausgeschöpft, da hätte man etwas früher dran sein sollen. Selbst untereinander kann man die Songs kaum unterscheiden. Ich war jedenfalls sehr überrascht, als ich das Album zum ersten Mal durchgehört habe, denn gefühlt waren es nur drei bis vier unterschiedliche Nummern.

Aber diesen Kritikpunkt einmal außen vor gelassen, fehlt immer noch etwas und ich kann nicht sagen, was es ist. Von der 2014 erschienenen EP der Band war ich jedenfalls sehr positiv angetan. Und jetzt dieses desolate Album… Es funktioniert einfach nicht, es löst nichts aus. Vielleicht habe ich es aber auch nicht richtig verstanden.

Dann sind da noch die Texte. Darüber möchte ich auch nicht viele Worte verlieren. Nur soviel: Es gilt, genau wie für die Musik auch, dass sämtliche Themen schon einmal besser besungen wurden. Nichts ist neu oder überraschend. Und: Selbst der beste Refrain (von dem Jene auf dieser CD meilenweit entfernt sind) wird nach der x-ten Wiederholung nervtötend.

Damit sich jeder ein Bild machen kann, hier ein Best Of Bullshit-Lyrics:

Spring, mein Püppchen, spring/Wes Brot ich ess, des Lied ich sing/…

Ich entführte Jungfrauen und adlige Damen/Gewann ihr Herz – doch vergaß ihre Namen/…

Trinkt aus! Trinkt aus!/Hopp, Hopp! Inn‘ Kopp.

Ihr glotzt mich an/Ich hör‘ zurück/Ihr seid der Sarg/für mein Glück.

 

Bin das nur ich, oder Stammen diese Textzeilen allesamt aus der 08/15-Hölle? Ich habe auf dem gesamten Album jedenfalls keinen klugen Gedanken gefunden.

Fazit: Nein, einfach nein. Ich möchte niemanden kränken, niemanden beleidigen oder verletzen, aber ich kann dieses Album niemandem empfehlen. Es hat mich einfach nur frustriert und geärgert. Vorschlag zur Güte: Hört einfach die „Durch die Nacht“-EP von Incantatem und habt eine gute Zeit. Diese CD ist hingegen leider ziemlich mies. 

Sound: 4

Texte: 1

Konzept: 2

Ausstattung: 6

Wertung: 3,25/10 Punkten

 

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