Ein Spaziergang am Wasser

Was kommt dabei heraus, wenn man Black Metal mit romantisch-historischer Poesie mischt und das Ganze dann auch noch ins Französische übersetzt? Ein interessantes Album allemal, wie Geisterfels mit ihrem Debüt „La névrose de la pierre“ eindrucksvoll beweisen.

Ein französischer Poet besucht Ende des 19. Jahrhunderts den Rhein und die Mosel und ist sprachlos ob der Schönheit der Burgruinen, derer er auf seinem Weg gewahr wird. Seine Erlebnisse verarbeitet er in wortgewaltigen Gedichten in seiner Muttersprache, die Motive von Ehrfurcht, Bitterkeit und Trauer enthalten.

Im Hier und Jetzt macht sich eine junge Black Metal-Formation daran, diese Zeilen musikalisch mit Leben zu füllen. Dabei kreieren sie einen Sound, der stark von Bands der 90er Jahre geprägt ist und eine bedrückende Atmosphäre schafft.

Diese fiktive Geschichte fasst so ziemlich zusammen, was Geisterfels ausmacht. Die behandelten Motive sind ein Novum im Genre und bringen frischen Wind hinein. Dabei ist dieses Album vor allem eins: laut. Das ist schade, da so viel der Atmosphäre und Mystik verloren geht. Allerdings ist der Einsatz der französischen Sprache ein neues Element, welches den Klang abrundet, wobei die wenigsten Hörer dadurch die Zeilen überhaupt verstehen werden.

Bei all dem ist garantiert noch Luft nach oben und „La névrose de la pierre“ ist keineswegs ein vollkommenes Album mit Zeug zum Klassiker. Jedoch sind die Ansätze vielversprechend und lassen auf weiteres spannendes Material hoffen.

Erworben werden kann das Album entweder als Download oder CD in einem A5 Metal-Case. Hier geht es zu Bandcamp:

 

**Offenlegung: Ich habe die Veröffentlichung für diese Rezension gestellt bekommen.**

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